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Jan. 2019

Gebürtige Ungarin verkürzt Ausbildung als Einzige Ihres Jahrgangs an der SBBS Wirtschaft und Verwaltung Gera- Dr. Eduard Amthor -

Erst vor 3 Jahren kam die gebürtige Ungarin nach Deutschland um hier ihr berufliches und privates Glück zu suchen. Im November diesen Jahres schließt Sie Ihre Ausbildung zur Industriekauffrau ab, nach nur 2,5 Jahren Lehrzeit.

Deutsch lernen, Freunde finden, eine Ausbildung abschließen, und das sogar sehr erfolgreich, das alles hat die 23-jährige aus Debrecen in Ungarn in nur 3 Jahren geschafft.

Nachdem Sie in Ungarn Ihre Abiturprüfung abgelegt hatte, wollte Vivien Medizin studieren und Ärztin werden. Im August 2015 kam Sie nach Deutschland und startete im September im Greizer Krankenhaus Ihren Bundesfreiwilligendienst. Dort wollte Sie Erfahrungen im Krankenhausalltag sammeln und vor allem Ihre Sprachkenntnisse verbessern.

Leider musste Sie schnell feststellen, dass Sie zwar gern mit Menschen arbeitet, jedoch nicht im medizinischen Bereich, also begab Sie sich auf die Suche nach einer neuen Herausforderung in Form einer dualen Ausbildung. Die Vielseitigkeit, die Nähe zur Praxis und die Zukunftschancen der Ausbildung zur Industriekauffrau erschienen ihr, und 17.000 weiteren jungen Menschen in Deutschland in 2016, ideal, auch vor dem Hintergrund in Zukunft eventuell doch noch ein Studium zu beginnen.

Jedoch fiel die Suche um einen Ausbildungsplatz nicht leicht, da die meisten Arbeitgeber Ihr den Beruf mit Ihren Sprachkenntnissen nicht zutrauten. Bevor Sie nach Deutschland kam, hatte Vivien beim "Goethe Institut" eine Sprachprüfung in Deutsch auf mittlerem Niveau abgelegt, im ersten Ausbildungsjahr sogar noch eine Stufe höher.

Eine Chance gab Ihr die Feutron Klimasimulation GmbH in Langenwetzendorf, Tochterunternehmen der ORCOM Holding GmbH. In diesem Unternehmen ist Vivien im Bereich Vertrieb und Export tätig, in den Sie demnächst noch tiefer einsteigen wird. Da in dieser Abteilung jetzt eine Stelle frei geworden ist, die Vivien übernehmen durfte, lernt Sie eher aus, um Ihr Unternehmen so schnell wie möglich in vollem Umfang unterstützen zu können. Eine zusätzliche Belastung für die junge Frau, dessen Grund im aktuellen Fachkräftemangel liegen könnte. Dies ist ein Ergebnis aus Recherchen und Interviews zum Projekt der IK 16 der SBBS Wirtschaft und Verwaltung Gera, zu der auch Vivien gehört. Im aktuellen Projekt "Das duale System der Berufsausbildung in Deutschland - ein Erfolgsmodell" befasst sich die Klasse mit der Ausbildung in Deutschland und den Nachbarländern. Auch hier übernahm Sie eine besondere Aufgabe, da Sie als eine der 5 Teamleiter des Projekts Verantwortung übernehmen musste. Außerdem konnte sie aus erster Hand Erfahrungen zu Ausbildung und Arbeitsleben in ihrem Heimatland einbringen.

Obwohl Sie in der Berufsschule sehr gute Leistungen erbringt und sich in Ihrem Unternehmen sehr wohl fühlt, hätte Vivien sich wohl nie selbst dafür entschieden, die Ausbildung zu verkürzen. Es stellt natürlich eine ziemlich große Belastung dar, besonders, wenn man erst vor wenigen Jahren angefangen hat, Deutsch zu lernen und bereits eine Vollzeitstelle im Unternehmen besetzt.

Trotz allem ist Vivien Ihrem Ausbilder sehr dankbar dafür, dass er so viel Vertrauen in sie setzt, sowohl vor drei Jahren bei der Vergabe des Ausbildungsplatzes, als auch jetzt für diese große Chance die Ihr geboten wird.

Leider müssen die Mitschüler der IK 16, die Klassenlehrerin und Fachlehrer, als auch die Schulleitung sich vorzeitig von Vivien verabschieden und wünschen Ihr viel Erfolg auf Ihrem Weg.

(Text: Tina Troppmann, IK 16, Auszubildende Industriekauffrau in der Spielkartenfabrik Altenburg GmbH)




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